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EZ-IO® (Knochenbohrer)

Eine der ersten Investitionen galt einem so genannten intraossären Infusionssystem, mit dem man in äußerst dringlichen Notfällen hauptsächlich bei Kindern und zunehmend auch bei Erwachsenen sehr schnell einen Zugang für lebenswichtige Infusionen etablieren kann. Hier zeigt sich, dass die Kreativität des Fördervereins vor 2 Jahren der Zeit voraus war, denn in den aktuellen Leitlinien des Jahres 2011 wird dieses System als ein wichtiges Werkzeug empfohlen.

Die Anschaffungskosten für dieses Gerät mit Zubehör betrugen knapp 1.600 €.

In manchen notfallmedizinischen Situationen ist es für einen Patienten lebensnotwendig Medikamente ohne Zeitverzögerung zu erhalten. Standardmäßig wird hierzu ein Venenzugang angelegt. Bei Schock, Herzstillstand, Schwerverletzten, Bewusstlosigkeit und kleinen Kindern ist dies zum Teil unmöglich. Auch sehr geübten, langjährig erfahrenen Notärzten ist es nicht immer möglich bei diesen Patienten einen solchen Venenzugang zu etablieren.

Bislang war in Krankenhäusern ein zentraler Venenkatheter die Alternative zum fehlgeschlagenen Venenzugang, dies dauert jedoch länger, birgt ein höheres Komplikationsrisiko und ist in der Notfallmedizin nur sehr seltenen Situationen vorbehalten. Aus diesem Grund haben viele Mediziner nach anderen Möglichkeiten der Medikamentenapplikation gesucht. Es ist seit mehreren Jahrzehnten bekannt, dass Infusionen- und Medikamentenapplikationen in das Knochenmark (intraossär/i.o.) genauso erfolgreich durchgeführt werden können. Bisher waren nur manuelle Systeme auf dem Markt, die aufgrund der langsameren und der dadurch etwas schmerzhafteren Prozedur trotz einer weiten Verbreitung nur wenig Anklang gefunden haben.

Seit wenigen Jahren existiert hierfür eine eigens entwickelte Bohrmaschine für Knochenzugänge. Verfolgt man die Entwicklung hat sich dieses System als lebensrettend erwiesen. Die Handhabung ist recht einfach, Komplikationen sind extrem selten und dazu wenig lebensbedrohlich. Abgesehen davon berichten Patienten durch die rasche Anlage von einer schmerzärmeren Prozedur.

Warum ist eine i.o.-Infusion eine echte Alternative?

Mit dem wartungsfreien Bohrer, dessen Batterien für 750 Anwendungen bzw. 10 Jahre Standby konzipiert ist, erhält man einen Gefäßzugang binnen weniger Sekunden. Die wirksame Flüssigkeits- und Medikamentenapplikation ist vergleichbar mit der Applikation über die Vene. Dieses System hat auch die volle Zustimmung der wichtigsten Fachgesellschaften für Reanimation und Notfallmedizin in USA und Europa. In amerikanischen Kliniken, sowie dem Militär gehört dieses Vorgehen inzwischen zum Standard. Auch in Deutschland ist dieses System im Rettungsdienst schon etabliert, vor allem Hubschrauber-, Kindernotärzte und vor allem deren Patienten profitieren bereits hiervon.